Innovationsregion Mitteldeutschland veröffentlicht Technologiefeldanalyse – Studie identifiziert 43 Zukunftsthemen für Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier

„Mit der Technologiefeldanalyse haben wir für die vorhandenen Leitbranchen im Mitteldeutschen Revier den Status Quo in Bezug auf aktuelle Wachstumstreiber und Zukunftstechnologien analysiert. Unser Ziel war es, Potenziale für alternative Wertschöpfung und Innovation im Zuge des Strukturwandels und damit neue Alleinstellungsmerkmale der Region zu identifizieren“, erklärt Henning Mertens, Handlungsfeldmanager „Wertschöpfung und Innovation“ der Innovationsregion Mitteldeutschland. „Darüber hinaus wollen wir Vernetzungsmöglichkeiten entlang von Wertschöpfungsketten und Querschnittsthemen zwischen den einzelnen Branchen und Technologiefeldern aufzeigen, wie sie sich z. B. durch die Bioökonomie und die Wasserstoffwirtschaft u. a. für die Chemie, die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft ergeben “, so Henning Mertens weiter.

Algen, Polymere und Grüner Wasserstoff: 43 Zukunftsthemen für die Region

Im Ergebnis der durch die Städte Leipzig und Halle (Saale) begleiteten Studie der Innovationsregion Mitteldeutschland wurden insgesamt 43 Zukunftstechnologien/ -themen in den sieben Leitbranchen Energiewirtschaft, Chemische Industrie, Mobilität und Logistik, Ernährungswirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Tourismus und IT-Dienstleistungen identifiziert. In einem weiteren Schritt wurden für jedes dieser Zukunftsfelder die vorhandenen Stärken der Region und die möglichen wirtschaftlichen Potenziale untersucht. Aus der Gegenüberstellung leiteten die Autoren der Studie jeweils Handlungsempfehlungen für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ab.

Zu den Themenfeldern, die ein überdurchschnittliches Potenzial zur Stärkung des mitteldeutschen Wirtschaftsraums besitzen und in denen die Region bereits sehr gute Voraussetzungen verfügt, gehören laut der Analyse unter anderem die Bereiche alternative Proteine und Algenbiotechnologie, Grüner Wasserstoff als Energiespeicher,  die Entwicklung und Herstellung von biobasierten Polymeren, die Digitalisierung und Automatisierung im Transport- und Versorgungswesen (Logistik 4.0) sowie die IT-Sicherheit.

Über die branchenspezifischen Analysen hinaus werden in der Technologiefeldanalyse fünf zentrale Handlungsfelder für die Innovationsregion Mitteldeutschland benannt:

  • Power-to-X
  • Bioökonomie/ alternative Rohstoffe
  • Anbindung des ländlichen Raums
  • Digitalisierung als Querschnittsthema
  • Wissens- und Technologietransfer durch Scouting

Von diesen branchenübergreifenden Handlungsfeldern werden weitere Impulse für das wirtschaftliche Wachstum im Mitteldeutschen Revier sowie für die Vernetzung zwischen Branchen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen erwartet.

Strategie für Strukturwandel bis Ende 2021

Mit der jetzt veröffentlichten Technologiefeldanalyse liegt die erste von rund 25 geplanten Studien und regionalwirtschaftlichen Untersuchungen der Innovationsregion Mitteldeutschland vor. Die Ergebnisse fließen in die Formulierung einer Strategie für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier ein, die bis Ende 2021 vorliegen wird. Aktuell laufen weitere acht Untersuchungen, u.a. zu den Themen Energie, Fachkräfte, Grüne Gase, Gewerbeflächen und Pfadabhängigkeiten der Braunkohlewirtschaft.

Über die Innovationsregion Mitteldeutschland

Die Innovationsregion Mitteldeutschland ist ein interkommunaler Zusammenschluss der Landkreise Altenburger Land, Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Leipzig, Mansfeld-Südharz, Nordsachsen und Saalekreis sowie der Städte Halle (Saale) und Leipzig. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung von Strategien und Projekten für Innovation und Wertschöpfung, um den Strukturwandel des Mitteldeutschen Reviers aktiv zu gestalten. Die Innovationsregion Mitteldeutschland wird im Rahmen des Modellvorhabens „Unternehmen Revier“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) durch den Bund, den Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt und den Freistaat Thüringen gefördert. Die Metropolregion Mitteldeutschland als Regionalpartner und der Burgenlandkreis als Abwicklungspartner verantworten das inhaltliche Projektmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit für das Vorhaben.

Die zentralen Ergebnisse können hier heruntergeladen werden.